Freitag, 29. März 2019

Flugverkehr



Auf den ersten Blick ist es ein Kondensstreifen im blauen Himmel. 
Und für den zweiten Blick fehlte mir das Zoom-Objektiv. Denn 
während ich das Flugzeug am Himmel nicht hören konnte, brummte 
und summte es in der Korkenzieherweide.

Erst bei genauerer Betrachtung fiel mir auf, dass die Bienen eifrig 
zwischen den Zweigen der Korkenzieherweide hin und her flogen.
Und dann bemerkte ich endlich die kleinen grünen Blütenkätzchen,
an denen sich reichlich Bienen labten. In all' den Jahren war mir 
noch nie aufgefallen, dass wir eine üppige Bienenweide hinter 
der Garage haben. Nun bin ich sehr froh, dass wir den alten Baum
nicht wie geplant im Spätherbst noch weiter zurück geschnitten 
hatten. Denn an dem Herbsttag war es ziemlich feucht, und es 
wurde daher auch viel früher als erwartet dunkel. So blieben 
einige Äste am Baum, die wir sonst noch geschnitten hätten 

Und ohne es damals zu ahnen, haben wir inzwischen 
eine Pflanzgemeinschaft im Garten, die den Bienen 
nicht nur im Frühjahr sondern auch im Herbst durch 

Nun wird es also immer schwieriger den passenden Zeitpunkt 
zum Rückschnitt zu finden. Denn über den Winter reifen die 
erfreuen. Daher sollte der Efeu-Rückschnitt wohl erst nach 
der Ernte erfolgen. Doch einige der Beeren sind auch jetzt 
noch frischgrün 

Früher hatten wir die Weide oftmals vor dem Erscheinen 
der ersten Blätter im Januar oder Februar geschnitten, um sie 
als Osterzweige für die Deko in Haus & Garten zu verwenden.
Aber nach dem heutigen Summ- und Brumm-Erlebnis ist das 
wohl auch keine gute Idee!

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Sonntag, 31. März 2019:
Und da auch das für mich ein ganz besonderes Gartenerlebnis ist, 
schicke ich auch den Flugverkehr-Post zu Lorettas und Wolfgangs 


6 Kommentare:

Ein Garten in der Steiermark hat gesagt…

Ein toller Baum, nicht nur, weil er eine Bienenweide darstellt, sondern auch wegen Form und Struktur. Efeu haben wir nicht, er verholzt immer so stark und nimmt den anderen die Luft, aber es stimmt, er bietet den Vögeln und Insekten viel...

Alex aus dem Gwundergarten hat gesagt…

Guten Morgen Silke
Oh ja, es ist einfach herrlich, wie es wieder sumst im Garten. Das mit dem Efeu ist wirklich so eine Sache. Am Haus sind wir auch bemüht, dem Efeu Herr zu werden, aber in den Bäumen, lass ich ihn einfach sein, auch wenn mancher Gartenbesucher meint: "Aber den solltest Du entfernen. Das schadet dem Baum." Hmm, mag sein, doch nur die Harten gehören in meinen Garten *lach*. Die Vögel lieben den Efeu und die Insekten sowieso. Bisher hatte ich deswegen noch keinen Baumverlust und mein alter Gartenzaun wird mittlerweile nur noch vom Efeu zusammengehalten :o).
Hab einen gemütlichen Sonntag.
En liebe Gruess
Alex

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ein Garten in der Steiermark
Da Efeu 10 oder 12 Jahre braucht, bis es blüht, solltet Ihr vielleicht doch eine Stelle suchen, wo es sich nach oben hin austoben darf. Unser alter Efeu-Apfelbaum, den wir 1995 mit den Garten übernahmen, war traumhaft schön. Und vor allem war es für die Amseln toll, dass sie beim Brüten noch einige Beeren naschen konnten ohne sich dabei zu weit vom Nest entfernen zu müssen. Auch der Zaunkönig baute dort regelmäßig eines seiner Nester. Außerdem würgt Efeu nicht den Baum.
Allerdings war unser Apfelbaum alt und krank - er stammte wohl aus den 30ern. Und wir hätten zwischendurch die herabhängenden Ranken mal wieder schneiden müssen. So kam es im November 2016, dass der feuchte Schnee sich auf die Blattmasse legte und ein Teil der Äste abbrachen. Den Rest erledigte dann im Januar 2018 Friederike, als sie uns die alte Kiefer fast mittig auf den Baum warf. Sonst hätten wir ihn wohl noch retten können. Im Frühjahr 2017 blühte er nämlich noch und trug sogar noch einige Äpfel ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Alex
Zu Efeu im Baum habe ich gerade etwas bei @ Ein Garten in der Steiermark geschrieben … Und ich hatte mal einen Post gelesen, dass Efeu nicht würgt und dem Baum auch nicht schadet. Allerdings hat Efeu auch ziemlich viel Gewicht - die Ranken sollten vielleicht nicht ganz so lang werden. Es hängt wohl von der Aststärke ab. Und solche Naturereignisse wie Schneelast und Eisregen sollte man wohl auch im Hinterkopf behalten …

Ja, Efeu hält zusammen ;-) Das ist bei uns am zusammengebrochenen Apfelbaum auch so. Der hat noch einen alten Ast, der quer zum Stamm fast nur noch am seidenen Faden hängt und vom dicken Efeu gehalten wird. Das sieht so malerisch aus, dass ich ernsthaft überlege, ob wir es schaffen können den Totholz-Ast dort an der Stelle zu erhalten wenn die Fläche vom Beinwell-Feld im Winter gepflastert werden soll. Mir würde der Gegensatz von geometrischer Form und ungebändigter Natur dort unheimlich gut gefallen.

Am Haus hoffe ich immer noch darauf, dass es auch mal klappt. An der Westseite klettert es stellenweise nach all' den Jahren schon ganz zaghaft. Die Nordgarage hat es auch schon etwas vereinnahmt und auf dem Südhof ist es wohl zu trocken und zu sonnig. Aber da klappt die Fassaden-'Sanierung' ja vielleicht irgendwann mit Wicken, Wein und Ramblern ...

Wolfgang Nießen hat gesagt…

Liebe Silke,
wir haben auch drei Korkenzieherweiden im Garten, die allerdings noch recht klein sind. Bisher wusste ich nicht, dass sie für Bienen so gut sind, aber das freut mich sehr. Ich liebe Bienen im Garten und sie stören mich genauso wenig Wespen oder Hornissen (Hornissen haben wir aber nur selten zu Besuch). Efeu haben wir auch jede Menge, fast schon ein wenig zu viel.
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

Viele liebe Grüße
Wolfgang

SchneiderHein hat gesagt…

@ Wolfgang
Ich konnte es auch kaum glauben, als ich das Brummen und Summen am Freitag über mir hörte :-) Zwar hatte ich früher einmal bemerkt, dass die Weide irgendwann reichlich Dreck verursachte, da sie Saat oder zumindest wollige Gebilde abwarf, aber darüber habe ich mir nie weiter Gedanken gemacht. Doch gestern waren sie wieder da. Und da ich auch einige abgewehte Zweige in der Vase vor dem Haus stehen habe, konnte ich mir die Blüten auch endlich mal genauer anschauen. Ganz ehrlich, ich hätte nie erwartet, dass die Bienen daran etwas finden. Aber irgendetwas zieht sie magisch an.

Wow, gleich 3 davon! Ich kann Euch nur empfehlen haltet sie rechtzeitig in Form. Nach dem Rückschnitt tendieren sie zu fürchterlichen Besen. Ein angeblicher Gärtner hatte mir unsere - nach Beilegung des mit dem Grundstück geerbten Rechtsstreits - so zugerichtet, dass wir etwa 5 Jahre brauchten um sie wieder in Form zu bringen. damals war sie etwa 20 Jahre alt und wurde vordem wohl kaum geschnitten …
Und die beiden im Garten meiner Mutter sind mir leider entglitten. Da kam ich in den letzten 3 Jahren nicht zum sonst üblichen starken Rückschnitt. Die müssen wir nun im Herbst in Auftrag geben. Die Äste sind inzwischen zu dick und unhandlich für mich. Dort wird es auch wieder Jahre dauern bis sie wieder eine ansprechende Form bekommen.

Unsere Nachbarn verfluchen uns für unseren Grenzgänger. Aber ich liebe sie - vor allem auch, da ich die Äste gern für den Totholz-Haussockel verwende um die ollen Fliesen zu verstecken. Und das Laub von ihr ist prima als Winterschutz für Kübelpflanzen, und zum Abdecken der Beete kann ich es auch immer wieder gut gebrauchen. Ebenso sind die geshredderten Zweige ein super Mulchmaterial, und als Dekozweige machen sie natürlich auch eine gute Figur. Und seitdem sich auf der Südseite das Efeu an ihm austobt, schlägt die Weide dort zum Glück nicht mehr so stark aus. Auch deswegen ist es eine perfekte Pflanzgemeinschaft :-)