Freitag, 15. Februar 2019

Des einen Freud ist des anderen Leid ...



Was war das heute gegen Mittag für eine große Freude, 
als ich endlich die ersten Bienen an den goldgelben 
Haselkätzchen in der Sonne sah. Nur, wenn ich meine 
Nase frage, dann sollte diese gelbe Pracht nun lieber 
ganz schnell verschwinden …

Und wenn ich daran denke, dass unsere südlichen Nachbarn 
bereits im Herbst beklagt hatten, dass unsere Hasel an der 
Südgrenze zu hoch ist, und wir sie endlich kürzen müssten. 

Des einen Freud ist des anderen Leid, trifft bei diesem 
üppigen Haselstrauch nun leider in mehrfacher Hinsicht zu: 
Ich freue mich, dass die ersten Bienen nun auch in unserem 
meist schattigen Garten endlich einen Platz an der Sonne 
gefunden haben. Und auch, dass der allzu freie Blick auf 
den Hausgiebel im Nachbargarten inzwischen Sommer wie 
Winter etwas gemildert ist. Aber unsere Nachbarn können
 hohe Bäume und Sträucher hinter ihrem 2m hohen Holzzaun 
nun mal leider nicht leiden. Auch wenn unsere Grenzgänger 
ihnen meist gar nicht das Sonnenlicht nehmen. Dafür aber 
die Bienen bis zum Sommer mit allerlei Blüten versorgen, 
den Vögeln geschützten Nistraum bieten und später auch 
noch Früchte und Samen tragen. So viel Wildwuchs gehört 
nach Ansicht unserer südlichen Nachbarn nun mal nicht
 in einen großen Siedlungsgarten …

Also werden wir nach der Haselblüte den üppigen Strauch 
recht schnell mal wieder in seine Schranken weisen, die 
Rosa brunonii zwischen den Haselzweigen stark einkürzen, 
und leider den Eichhörnchen reichlich Haselnüsse rauben. 
Aber zum Glück gibt es ja noch einige andere lichte Ecken 
in unserem naturnahen Garten, wo sich die Haselsträucher 
demnächst auch noch etwas mehr entfalten dürfen.

Foto: S.Schneider


4 Kommentare:

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Anstellen kann man sich wirklich! Aber ich sehe das bei uns auf dem Dorf ... am liebsten mit der Giftspritze die gesamte Natur vernichten und den ganzen Tag am Grill sitzen. ;-( Bis man sich selbst vernichtet hat ... Psychopathen-Rasen nannte das jemand vor kurzem ...

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich weiß nicht, ob 'anstellen' das Problem trifft. Da prallen einfach ganz unterschiedliche Vorstellungen/Sichtweisen aufeinander.

Und das, was Sigrun auf ihrem Blog 'Bergblumengarten' da in ihrem Post vom 15.2.19 über 'Gift im Garten' schreibt, zeigt sehr schön die Bandbreite was gärtnern alles sein kann. Manche nutzen eben all' diese Möglichkeiten, die die Gartenindustrie zu bieten hat und andere besinnen sich auf mehr naturnähe.

Und damit das nicht in einen Kleinkrieg ausartet, macht es eben Sinn nach Kompromissen zu suchen. Und die bestehen für mich nun mal darin nicht gleich zu blindwütig zu handeln, sondern zu überlegen, wann welche Arbeiten sinnvoll sind. Und daher darf die Hemlocktanne noch einige Zeit ihre bezapften zu hohen Spitzen tragen - wie gut dass ich dank Elke diese neue Info habe ;-) Und trotz meiner schon recht heftigen Hasel-Allergie bin ich froh, dass wir noch nicht dazu gekommen sind die Hasel um 1/3 im Grenzbereich zu verkleinern - aber nicht wie gewünscht, in der Höhe komplett nieder zu metzeln. Und ebenso werden wir versuchen das Efeu in der Korkenzieherweide im Laufe der Jahre so stark zurückzuschneiden, dass möglichst wenig Blüten und Beeren auf das Nachbargrundstück fallen. Und die Korkenzieherweide werden wir Richtung Süden immer stärker einkürzen, so dass sie dort möglichst vom Efeu überwuchert wird und dort nur noch wenig Triebe bildet. Dicke Äste darf sie dafür bei uns ausbilden. Das erfordert natürlich einiges an regelmäßigem Schnittaufwand. Aber das ist es mir wert. Und wie wir mit unseren 3 wuchsfreudigen Ramblerrosen an der Grenze verfahren - ? Schön wäre es natürlich, wenn sie trotz ihrem Drang zum Süden hoch oben für die Bienen blühen dürften. Und toll wäre es auch, wenn wir im Herbst erst noch die Hagebutten für die Deko/als Vogelfutter ernten könnten. Aber das muss die Zeit zeigen. Nur befürchte ich, dass sich mit zunehmendem Alter die Fronten verhärten - 'altersmilde' kommt wohl recht selten vor …
Aber dafür haben wir ja zumindest im nördlichen Garten Verbündete, mit denen wir an einem Strang ziehen und nach Friederikes Besuch jetzt wieder einer grünen Grenze arbeiten :-)

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Es ist schon schwierig, wenn Nachbarn so unterschiedlich sind. Diese Probleme haben wir Gottseidank nicht, auch wenn wir auch sehr unterschiedlich sind, aber jeder läßt jeden agieren ... das schätze ich andererseits wieder an unserer Nachbarschaft, denn es könnte auch anders sein! Hier kümmert sich so unmittelbar keiner um den Garten des anderen, selbst wenn ihm daran etwas nicht gefällt.

Wenn andere sich vergiften wollen, bitte gern und solange sie mit der Giftspritze nicht meinem Garten nahe kommen, sollen sie doch in ihrem Garten tun, was sie wollen. ;-) Der unmittelbare Nachbar wird sowas allerdings zum Glück nicht anwenden, schon wegen der Kinder, die dort im Garten spielen. Worüber ich wirklich froh bin, denn ich will guten Gewissens die Dinge aus meinem Garten essen.

Ja, da kann man nur einigermaßen miteinander auszukommen versuchen, wenn man nicht wegziehen will ... sowas hatten wir mit früheren Gärten auch schon. Und auch ähnliche "Verbündete", die gärtnerten wie wir.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich vermute, dass dort mit Gift auch nicht hantiert wird. Denn dort lebt auch ein Hund und der erste Enkel ist auch schon da. Aber wie Sigrun in ihrem Post über Gift im Garten geschrieben hat, gibt es da ja auch noch so allerlei andere Dinge - z.B all' die mit Benzin betriebenen laut lärmenden Gartengeräte. Aber ich will mich hier auch nicht beklagen. Eigentlich haben wir trotz allem mit den 4 angrenzenden Nachbarn Glück. Und viel schwieriger wäre es, wenn wir unsere südlichen Nachbarn an der Nordgrenze hätten, denn dann wäre ihnen unsere Bepflanzung dort berechtigter Weise zu hoch und würde ihren Garten verschatten ...