Es hat im letzten Jahr ziemlich lange gedauert, bis ich
eine Idee hatte, was zwischen dem Totholz auf dem Südhof
plötzlich in den Massen am Wegesrand auflief.
Irgendwann einmal war ich so voller Tatendrang und hatte mir
wider besseren Wissens doch eine Tüte Winter-Portulak gekauft.
Denn dieser Post auf dem Blog 'Günstig Gärtnern' hatte mich
bereits im Juni 2013 sehr neugierig gemacht. Und als ich dann
im April 2014 von unseren Nachbarn nach einer bis dahin uns
unbekannten 'Unkraut'-Pflanze befragt wurde, erinnerte ich
mich an das angeblich so unkomplizierte und wuchsfreudige
Nur leider ging mir der Sämling im Laufe des Sommers ein.
Wie lange diese Saat-Tüte nun schon in der Garage verweilte,
daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Das Verfallsdatum
war schon lange überschritten. Und der empfohlene Aussaat-
Zeitpunkt passte wohl auch nicht so recht. Aber bevor all'
die Saatkörnchen nun gar nicht mehr zu gebrauchen waren,
verteilte ich den Inhalt der Tüte wohl irgendwann im Sommer
an dieser Stelle. Und wie es scheint, war die Idee wohl
gar nicht so schlecht …
Denn hier auf dem heißen und meist sehr trocken Südhof
am Totholz-Hausockel gedeiht inzwischen so einiges, was
hinter dem Haus - in unserem Wildwuchsgarten, binnen
nur weniger Stunden von den gefräßigen Nacktschnecken
vertilgt werden würde. Und die meiste ausgebrachte Saat
läuft dort hinten im Garten inzwischen leider auch gar
nicht mehr auf.
Also versuche ich nun schon seit einigen Jahren - sehr
auf dem heißen Südhof Pflanzen anzusiedeln, an denen
wir uns nur in den Anfangsjahren des Wildwuchsgartens
erfreuen konnten. Denn weder die teilweise rissige weiße
Süd-Fassade, noch der braun geflieste Haus-Sockel sind
für uns attraktiv. Und als Hofpflaster hätten wir uns
Süd-Fassade, noch der braun geflieste Haus-Sockel sind
für uns attraktiv. Und als Hofpflaster hätten wir uns
zumindest eine andere Pflasterform gewünscht …
Zur Zeit ist der Totholz-Haus-Sockel jedoch mehr begrünt,
als er es eigentlich ist. Denn hier haben die geschnittenen
Efeuranken der Korkenzieherweide, die Hagebuttenzweige
des NoName-Ramblers und die Spitze des männlichen Ilex
vom südlichen Grenzschnitt einen vorübergehenden Deko-
Winterplatz gefunden. Denn um all' das Schnittgut sogleich
durchzushreddern, war es viel zu schade. Und vielleicht
bedienen sich auch noch einige Vögel an den Hagebutten
sowie den fast reifen Efeu-Beeren. Und den Insekten bietet
das Material sicherlich auch ein geschützte Winterquartier.
Je nachdem wie sich das Wetter bei uns in den nächsten
Wochen entwickelt, werden die Zweige irgendwann im
Frühjahr geshreddert und das Material unter den Sträuchern
hinter dem Haus im Wildwuchsgarten als Mulch verteilt.
Grünschnitt-Abfuhr - so wie sie eigentlich ständig
im südlichen Nachbargarten betrieben wird, wäre
für uns gar keine Option. Aber die Vorstellungen,
wie man gärtnert, sind eben sehr unterschiedlich.
Fotos: S.Schneider



17 Kommentare:
Hallo Silke,
der Portulak wächst bei mir im Balkonkasten aber es gibt doch wohl nur einen Portulak.
Von Winter Portulak habe ich noch nie etwas gehört. Blühen tut der Portulak so schön.
Ansonsten nehme ich ihn gerne als Zugabe für Salat usw.
Lieben Gruß Eva
hab ein schönes Wochenende
@ Eva
Was bei mir im Topf damals schief gelaufen ist, weiß ich nicht mehr. Er stand auf dem Tischchen unter dem Treppenhausdach. Dort, wo wir normalerweise auch draußen speisen, so dass wir ihn gleich ernten und hätten aufessen könnten. Nur das hat warum auch immer nur kurze Zeit funktioniert.
Soweit ich weiß, hat das Kind einfach viele Namen. Bei Elke - der Link zum 'Kinderteller' werden noch ein paar andere genannt …
Ich hoffe, dass er sich dort auf dem Hof nun wohl fühlt und nicht im Sommer vertrocknet. Aber ich werde wohl im Frühjahr ein paar Kinder topfen und mir wieder an unseren Sitzplatz vors Treppenhaus stellen. Denn ich mag auch seine Blüten sehr gerne. Denn ich kann mich ja immer wieder für weißes wuchsfreudiges 'Unkraut' begeistern ;-)
Hallo Silke,
oh ja, eindeutig Winter-Portulak-Babies! Du kannst noch ein paar ausdünnen und in einen Topf pflanzen. Richtig küchenfertig werden sie mit guter Blumenerde. Die sind sehr lecker.
VG
Elke
@ Elke
Danke für die Bestätigung :-) Ich hätte nie erwartet, dass aus der alten Saat so viel auflaufen würde. Aber nachdem ich Deinen alten Post heute nochmals voll Freude gelesen habe, hoffe ich, dass er auf dem Hof zum tollen Fugenfüller wird. Und falls ihm der sehr sonnige Standort doch nicht zusagt, werde ich noch rechtzeitig im zeitigen Frühjahr einige Töpfe mit den Kindern füllen, denn vom Tischtopf auf den Teller finde ich richtig gut. Und wenn wir dann im Frühjahr wieder einen großen Glastisch auf der Betonfläche haben, bekommen sie dort auch ein richtig schönes halbschattiges Plätzchen ...
So, so, nun bin ich auf wieder auf dem Laufenden, war ja leider schon länger nicht mehr hier zu Gast. Finja, Krümelchen und Flo heissen Deine 3. Wie herzig! bin schon gespannt auf die neuen Abenteuer.
En liebe Gruess
Alex
@ Alex
Ja, lang ist es auch her, dass ich bei Dir und Noah vorbei geschaut habe. Denn die blöde DSGVO hat mich bis zu Allegras Tod pausieren lassen, und dann bin ich eigentlich nur 'vorübergehend' auf unseren Nebenblog ausgewichen. Dieser Zustand hält nun wohl leider noch etwas länger an - zumal ich ohne so tollen Schnee wie bei Euch, eh' nur grau-matschige Fotos machen kann. Und die sind dann hier auf dem Blog besser aufgehoben ;-)
Portulak kannte ich nicht. Wieder was gelernt ☺
@ Ein Garten in der Steiermark
Das ging mir vor dem Post von Elke aus dem Jahr 2013 auch so ;-) Und vermutlich hätte ich ihn auch wieder vergessen, wenn er nicht plötzlich bei unseren Nachbarn aus dem Nichts aufgetaucht wäre ...
Na klar gibt es Winter-Portulak! Gleich mal notiert für den Herbst im Sinne meines heutigen posts.
Liebe Grüße
Karen
@ Karen
Jetzt habe ich unter Deinem Post was von Aussaat im Frühjahr geschrieben … Aber aufgeräumt habe ich in der Garage wohl erst im Spätsommer - dabei flog das Tütchen raus. Und da wir einen fast nicht enden wollenden Sommer hatten, hat die Keimzeit wohl ziemlich lange gedauert. Daher hat es auch ziemlich lange gedauert, bis dort etwas auflief und ich mich dann auch an nix erinnern konnte. Also ist der Herbst und eine moderate Feuchtigkeit für ihn wohl ideal. Mal schauen, was der eventuelle Winter jetzt mit den Kindern anstellt ...
Liebe Silke,
das hat mir nun doch keine Ruhe gelassen. Der normale Portulak ist der Sommerportulak. Winterportulak wird das Tellerkraut genannt, das aber auch Postelein heißen kann. Lateinisch Claytonia perfoliata. Davon habe ich noch ein Tütchen. Werde ich für die Winterernte zwischen August und Oktober aussäen. Damit mein Siebhirn das nicht vergisst, kopiere ich es unter Deinen Kommi bei mir
Liebe Grüße
Karen
@ Karen
Das ist ja witzig. Wenn ich mich an den Post von Elke richtig erinnere, hat sie da keinen Unterschied gemacht.
Aber ich habe wohl auch leider die Tüte entsorgt - oder sehr gut verlegt. Eventuell habe ich sie zwar fotografiert, aber das wird auch spannend die Fotos auf der Festplatte wiederzufinden. Aber ich meine, bei mir stand Winter-Portulak …
Auf jeden Fall werde ich seine Entwicklung auf dem Südhof - und falls es klappt, in Töpfen mal hier festhalten. Denn wenn er Halbschatten mag, müsste er spätestens ab Mai dort leiden, da er dort volle Sonne abbekommt. Doch oftmals sind das ja auch nur Standort-Empfehlungen und die Natur reagiert ganz anders ;-)
Oh, das Postelein wächst auch bei mir, doch den fetten Boden mag es wohl nicht so sehr gern, es bekommt nicht diese schönen großen Blätter. Vielleicht sollte ich die Stelle mal wechseln. Ich mag den zu gern zusammen mit Topinambur roh als Salat essen.
Was haben denn die Nachbarn, teilen sie sich mit Euch den Hof?
Bei uns reicht es bislang auch, alles zu shreddern und/oder auf den Kompost zu geben bzw. in den Beeten zu verteilen. Würde der Anfall aber eines Tages wesentlich höher, würden wir wohl auch etwas außerhalb des Gartens verbringen müssen. So ein Kompostsilo hat nur eine begrenzte Kapazität und mehrere aufstellen wollen wir nicht, das sieht dann nicht mehr schön aus und raubt Platz für Hübscheres.
Bei uns auf dem Dorf bringen viele auch ihren Gartenabfall weg. Aber einige Bauern scheinen den zu verwenden, immerhin etwas. Oder fürs Osterfeuer. ;-) Ist dann leider nicht lange genug abgelagert und stinkt zum Himmel - ganz schlecht für Allergiker!
Und was Karen schreibt .... ja, es gibt 2 Arten, der andere Portulak sieht aber GANZ anders aus! Er hat nicht diese typischen Postelein-Blätter! Bei mir wächst er vorm Haus und wirkt eher wie eine Sukkulente!
@ Sara
So, jetzt habe ich mir endlich mal die beiden ganz unterschiedlichen Pflanzen auch angeschaut ;-) Da bleibe ich lieber bei dem weißblühenden Winter-Portulak - auch wenn der gelbe Portulak bestimmt auch ein netter Fugenfüller wäre. Nur ernten mag ich auf dem Südhof nicht. Denn wir teilen uns zwar nicht mit unseren Nachbarn den Hof, aber unsere Einfahrten liegen nebeneinander und sind nur durch eine niedrige Betonkante voneinander getrennt. Mein Auto steht mit dem Heck gleich am Anfang der Einfahrt, aber bei unseren Nachbarn werden täglich die Fahrzeuge bis zum Hauseingang rauf und runter gefahren …
Also werde ich mir nur ein paar Pflänzchen retten, die wir dann hinten im Garten hoffentlich im Topf halten können.
Tja, mit dem naturnah gärtnern haben es unsere Nachbarn halt nicht. Und Fugenfüller in den Pflastersteinen sind ganz und gar nichts für sie. Da wird alle paar Wochen Unkraut gezupft und alle paar Jahre der Hof tagelang gekärchert und anschließend mit Sand neu verfüllt. Dafür stehen fast immer frische Blumenkübel mit saisonalen Wegwerfpflanzen auf der Bank neben dem Hauseingang. Gegensätzlicher kann es eigentlich nicht sein. Und für ordnungsliebende Menschen, die lieber auf einen Hof mit sauberen Pflasterfugen, und langweilig gepflegter Fassade schauen würden, ist unser Totholz-Wildwuchs-Hof natürlich ein Schandfleck. Auch wenn dort inzwischen endlich ab dem Frühjahr bis zum Herbst immer etwas blüht und das Totholz dann im Winter unter immergrünen Zweigen und Hagebutten verschwindet …
Ganz ehrlich, Brauch hin oder her, aber eigentlich finde ich es inzwischen idiotisch Gartenabfälle/Grünschnitt zu verbrennen. Gut, ein Shredder verbraucht dafür einiges an Strom, um den Hof im Frühjahr wieder frei zu bekommen. Aber so eine Mulchschicht ist für den Garten ideal.
Aber so gesehen hat alles irgendwo seine Tücken. Denn selbst wenn wir das ganze Schnittgut mit Scheren & Sägen klein machen und in den Beeten bzw. auf dem Kompost verteilen würden, dann bräuchten wir häufiger neue Gartengeräte bzw. andere Gerätschaften und müssten die Technik des Scherenschleifens von Hand beherrschen ;-)
Naturnah bzw. ökologisch gärtnern hat auch so manche Tücken ...
Ja, der andere Portulak wächst gerne in den Fugen und sieht auch sehr hübsch aus. Dort vorn pflücke ich ihn aber auch nicht zum Verzehr, denn da fahren Autos und laufen Hunde herum. Ob er im Topf wächst, kann ich Dir nicht sagen - bei mir hinten im Garten habe ich es noch nicht geschafft, ihn anzusiedeln. Vorn hat er halt die idealen Bedingungen, es ist dort noch extrem sonnig, was er gerade sehr gerne mag. Letzten Sommer hat er sich daher so richtig schön ausgebreitet, denn auch Trockenheit scheint er sehr zu lieben.
Solche Nachbarn haben wir hier auch, zwar nicht unmittelbar, aber auf der anderen Seite. Rasen mit der berühmten Nagelschere und jedes "falsche" Kräutlein wird akribisch ausgezupft. ;-) Ich würde darin keinen Sinn finden, aber da hat ja bekanntlich jeder andere Vorstellungen. Mit Ordnung hat das auch nichts zu tun, eher schon mit einer Manie ...
Gegen Osterfeuer als Brauch habe ich nichts, es sollte jedoch abgelagertes Holz sein. Man wird regelmäßig krank um die Osterfeuer-Zeit - es sind inzwischen extrem viele Feuer, die da rings um Braunschweig lodern. Das müßte stark eingeschränkt werden! Das Rauchen wird untersagt und hier dürfen sie Allergikern und Asthmatikern das Leben schwer machen, so sollte es nicht sein!
Die Leute kaufen sich lieber Mulch in Form von Rindenmulch oder Pinienschrot. Diese Arbeit machen sich die Wenigsten. Hauptsache weg mit dem Zeug. ;-) Sicher hat auch alles immer 2 Seiten ... bei un ist noch kein Gerät stumpf geworden oder wir haben es trotzdem genutzt, keine Ahnung, macht ja mein Mann, diese Dinge. Ich suche aber auch immer noch einen Scherenschleifer, der unsere Gartenscheren mal nachschärft. Da war mal einer auf einem Bauernmarkt in der Nähe, nur leider hatte ich die Scheren da nicht mit ... und er macht es sonst angeblich nur noch für Freunde ... ;-)
Liebe Grüße
Sara
@ Sara
Stimmt, unsere südlichen Nachbarn fahren ihren Grünschnitt zum Abfallhof und holen sich dann aus dem Baumarkt den billigen Rindenmulch. Genau den Mulch, mit dem wir uns wahrscheinlich die Zecken in den Garten geholt haben, als wir nach der Neuanlage des Gartens alle Flächen mit Rindenmulch abgedeckt haben.
Und nachdem wir einige Jahre später das Problem erkannt hatten, haben wir alle Nachbarn darüber informiert. Aber in der Beziehung sind sie leider beratungsresistent und geben lieber unserem verwilderten Garten dafür die Schuld an dem Problem. Allerdings sorgen sie durch ihre Form der sehr übersichtlichen und extrem sonnigen Gartengestaltung auch dafür, dass sich bei ihnen Tiere auch nicht sonderlich wohl fühlen und dann zu uns abwandern. Und so bekommen wir dann auch noch ihr Zeckenproblem durch die wandernden Tiere in unseren Garten …
Keine Ahnung, wie viele Rosenscheren ich schon im Laufe unser Gartenzeit verbraucht habe. Die sind nicht gerade billig und liegen ohne diesen ganzen ergonomischen Schnickschnack gut in der Hand. Allerdings, bei dem, was ich so alles schneide, gehen die halt irgendwann auch einfach mal kaputt. Und ich meinte ja auch nur, wenn ich unter ökologischen Gesichspunkten alles mit der Hand kleinschnippeln würde, was wir hier durch den Shredder jagen, dann würde ich stattdessen viel mehr Rosenscheren etc. verbrauchen. Und dann würde sicherlich auch bald eine Hand-OP anstehen. Das kann auch nicht Sinn der Sache sein ;-)
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