Am Samstag wurde der Himmel bereits gegen Mittag
bedrohlich grau, so dass wir jeden Moment mit dem
angekündigten Regenwetter rechneten. Also shredderte
Wolfgang bis 16 Uhr gegen die Schnittgutberge unter
der Scheinakazie an. Und mir wurde irgendwann klar,
fast all' unsere Shredderkörbe waren noch voll, und
die geschnitteen Buchsbaumspitzen mit Zünsler-
Besatz hätte ich frühestens Montag häckseln können.
Also machte ich derweil nur eine kurze Bestands-
aufnahme und erkannte nun endlich das Ausmaß:
Alle Büsche sind betroffen, und besonders die
total aus der Form geratene versteckte Hecke vor
'dem Beet der vergessenen Gemüse' zeigte neben
einigen gefräßigen Raupen an den frischen Spitzen
reichlich abgestorbene Triebe im unteren Bereich.
Also leben wir schon einige Jahre mit dem Zünsler.
Und da das Wetter heute dann auch ziemlich feucht
und unbeständig war, begab ich mich nur mit einer
kleinen Plastiktüte und der Rosenschere bewaffnet
nach dem Mittags-Regenschauer an die Buchse. Ich
wollte nun zumindest die Zünsler entfernen, die
sich für mich gut erreichbar an den jungen Trieben
labten ...
Doch Buchsbaum-Zünsler sind anscheinend wasserscheues Gesindel
und bevorzugen wohl sonnig warmes Wetter zum Speisen. Denn
in dieser Tüte befinden sich nur 5 Zünsler und angefressene junge
Spitzen. Die restlichen Tierchen haben sich wahrscheinlich im
Innern der Büsche vor der Feuchtigkeit versteckt. Also sollte man
zur Schneckenjagd wohl besser feuchte oder möglichst sogar
Regentage wählen, aber die Zünslersuche ist wohl eher etwas
für sonnig sommerlich warme Tage. Denn da war ich am Freitag
auf ca. 1qm Buchsbaum mit 13 Zünslern ziemlich erfolgreich.
Also warte ich nun doch lieber mit dem Buchs-Rückschnitt und
schneide nur die Teile heraus, an denen sich in den nächsten
Wochen ein Zünsler-Raupe labt oder ich Gespinste sehe. Und
da die Zeit zwischen der Verpuppung und einem geschlechts-
reifen Falter nur etwa 7 Tage beträgt, werde ich mir nun
Pheromon-Fallen besorgen. Oder besteht die Gefahr, dass
andere erwünschte Falter den Fallen dann auch auf
den Leim gehen?
Foto: S.Schneider
Und jetzt noch der Hinweis auf einen 'bösen' Link mit Werbung:
Buchsbaumzünsler.net zeigt zum Beispiel den Entwicklungszyklus
des Zünslers, den man bei der Bekämpfung auf jeden Fall immer
berücksichtigen sollte.
Im Garten 'Meine grüne Wiese' wird übrigens mit Algenkalk gegen
den Zünsler gekämpft …
Im Garten 'Meine grüne Wiese' wird übrigens mit Algenkalk gegen
den Zünsler gekämpft …

8 Kommentare:
Den Zünsler habe ich glücklicher Weise bis jetzt noch nicht und der Pilz macht auch gerade mal wieder Pause, denn im hinteren Garten habe ich ja noch jede Menge Buchs.
Vielleicht kennst du ja auf Insta katrinsgarten, sie hat den Zünsler mit dem Staubsauger bekämpft, indem sie von der Mitte bis nach außen hin alles einsaugt.
GlG Christina
Liebe Silke,
hoffte ich doch noch Mitte der Woche, den Zünsler wieder gut im Griff zu haben, erledigte sich diese Annahme am Samstag, als ich beim Filmen an den Spitzen sich labende Zünslerraupen entdecken musste. Der Film war damit beendet, ich holte mir die Pinzette und pulte einige Raupen aus dem Buchs heraus. Experiment: auf einem Teller den Vögeln anbieten. Ergebnis: hat sich niemand interessiert, die Raupen versuchten zunächst zu türmen, später sind sie im Regen untergegangen.
Mit dem Staubsauger hätte ich viel zu tun, also mache ich jetzt mal gar nichts, außer einsammeln, was ich sehe. Wenn es nicht klappt, kommt der Buchs eben weg und macht Platz für Anderes.
Liebe Grüße
Karen
@ Christina
Als ich vorhin Deinen Kommentar sah, habe ich einen Moment lang ernsthaft überlegt, wie bzw. ob ich mit einem alten ausgemusterten Staubsauger zu unseren Buchsen vordringen kann ;-) Nee, da mache ich zu viel Schaden auf dem Weg dorthin und in den Büschen auch. Wir haben war Befall und ausrotten werden wir sie sicherlich nicht, aber mit einem regelmäßigen Kontrollgang und gegebenfalls einem Spitzenschnitt werde ich zunächst mal anfangen. Dann bekomme ich zumindest ein ganz gutes Gefühl für die Mengen, die sich da austoben. Schließlich hatte ich damals im Herbst 2003 nach über 9.000 gesammelten Nacktschnecken in weniger als 1 1/2 Jahren den Kampf endlich aufgegeben und lieber auf viele Pflanzen verzichtet …
Und als ich mir heute früh mal die Bewertungen der Pheromonfallen ansah - sowie die Mengen, die damit meist im Juli/August 2017 bzw 2018 gefangen wurden, liege ich mit meiner Kalkulation von ca. 10 Zünslerraupen auf 1qm Buchs-Außenfläche im Moment in unserem Garten vielleicht gar nicht so verkehrt. Dann hätte ich ja vielleicht sogar noch den Mai zum Absammeln - bzw. zunächst zum Wege durch den Garten bahnen, um überhaupt an die Büsche zu kommen. Denn im Moment müsste ich einen Teil es blühenden Beinwell-Feldes niedertrampeln und die Rosa multiflora kurz vor der Blüte kappen.
Das mit den Fallen finde ich auf jeden Fall einen Versuch wert. Auch wenn der Preis ziemlich heftig ist, und wir wohl 2 solcher Behälter in unserem Garten bräuchten - und die Nachfüllpackungen fürs Folgejahr leider nur minimal günstiger sind. Allerdings bin ich noch auf der Suche nach Infos, ob diese Fallen auch andere Insekten anlocken. Eine Bewertung dieser Art habe ich nämlich gelesen. Und mich wundert, dass der BUND diese Schutzmaßnahme nicht auf seiner Seite nennt ...
@ Karen
Nachdem ich das Thema für mich nun etwas habe sacken lassen und heute früh nochmals in Ruhe einen Teil der Infos gelesen habe, die ich hier im post verlinkt habe, kann ich mir das mit dem Algenkalk gar nicht vorstellen - vielleicht für Fußbank-Buchshecken ;-)
Mit den Raupen als Vogelfutter magst Du recht haben. Wenn das Angebot im Umfeld stimmt, werden sie wohl nicht zuschnappen. Vielleicht sind das ziemlich karge aufgeräumte Gärten, wo sich die Vögel freuen, wenn sie überhaupt mal ein Insekt finden …
Also die Spitzen, an denen ich die Raupen gefunden habe, sind dann doch schon so angeknabbert oder eingesponnen, dass ich die Triebe lieber weit ins Holz zurückschneide. das ist ja ohnehin meine Buchs-Schnitttechnik, da ich die angeschnittenen Blätter beim Hecken-Formschnitt nicht mag. Und im Idealfall kann ich dann auch bis ins Innere schauen, was sich im Busch tummelt.
Zu Spritzmitteln werde ich sicherlich nicht greifen, mit den Pheromonfallen überlege ich noch - siehe @ Christina, und nochmals düngen und gut wässern wäre je nach Sommersituation auch noch eine Option. Aber wenn das nicht hilft, dann gibt es eben eine immergrüne Variante weniger in unserem Garten. Aber die 2 riesigen alten Buschgerippe lasse ich dann als Rankhilfe an der Nordgrenze stehen ;-(
Da warst Du aber fleißig ... ich hatte morgens dann nochmal eine Runde geschlafen. ;-)
@ Sara
Es war halt viel los am Wochenende ;-) Aber nun habe ich zum ersten Mal Finja im Arm, da ist trotz idealem Postwetter nix mehr mit Bildauswahl und Bearbeitung ...
Uns am falschen Laptop sitze ich ja auch noch ...
LG Silke
@ Sara
Tja, und nach dem fleißigen Morgen hatte ich dann am Nachmittag leider keine Lust mehr und hinke nun mit vielen schönen Motiven wieder hinterher ;-(
Kommentar veröffentlichen