Frühlingsbote
Am vierten Dezember, am Tag der heiligen Barbara,
ist es von alters her Brauch, den Zweig eines Obstbaumes,
vorzugsweise eines Kirschbaumes, zu schneiden und ihn
in eine Vase in die warme Wohnung zu stellen. Wenn alles
gut geht, wird der Zweig spätestens Weihnachten blühen.
Voraussetzung ist, dass der Baum vor dem Schneiden bereits
Frost abbekommen hat. Hilfreich ist auch, wenn man
den Zweig schräg anschneidet, ihn in lauwarmes Wasser
stellt, und ab und an das Wasser wechselt.
Also ich muss gestehen, da ich schon gestern im Kalender
nachgeschaut hatte, dass heute der Barbaratag ist, zog ich
bereits gestern am feucht-kalten Nachmittag in den Garten.
gut aus. Zwei ihrer dicken Äste sind bereits abgestorben.
Und da ich befürchte, dass wir sie in den nächsten Jahren
verlieren werden, entschloss ich mich lieber die Zwetschge
im hinteren Teil des Gartens etwas in Form zu bringen …
So standen einige große Zwetschgenzweige bereits gestern
im Treppenhaus bereit. Und gegen 3 Uhr in der Nacht - als
unsere drei grauen Katzenmädchen plötzlich alle der Meinung
waren, dass sie eine Nachtwanderung unternehmen müssten,
kamen einige der Zweige in die beleuchtete Glasvase. An das
lauwarme Wasser konnte ich mich noch erinnern. Aber den
schrägen Anschnitt hatte ich leider vergessen. Dafür gab es
in diesem Jahr schon einige Male leichten Nachtfrost. Und
wenn es trotzdem nicht mit der Blüte klappt, dann kommen
bald ein paar weiße Fröbelsternchen an die kahlen Zweige.
Auf jeden Fall war Finja sogleich begeistert von dem Geäst
und knabberte nach ihrer Rückkehr etwas an den Spitzen.
Foto: S.Schneider
gibt es heute hinter dem Türchen Nummer 4 etwas
ganz Besonderes zu ersteigern, das die Herzen von
Puppenmuttis und anderen Sammlern bestimmt
höher schlagen lässt …

8 Kommentare:
Guten Morgen,
nachts um 3?! Ich ahnte es schon immer: Schlaf wird völlig überbewertet ;o)
Aber im Ernst ihr scheint ja ein ziemlich nachtaktives Leben zu führen. Mir entspricht das eigentlich auch. Nur am nächsten Morgen bin ich dann vor 9 Uhr zu nichts zu gebrauchen und das passt nicht mit meinem Job :-(
Wie schaffst du das bloß?
Danke für die Erinnerung an den Barbaratag. Mal schauen, ob ich irgendwo einen Obstbaumzweig ergattern kann. In manchen Jahren mussten bereits ersatzweise Schlehenzweige herhalten. Das geht auch.
Herzlicher
Claudiagruß
@ Claudia
Ja, im Moment schwächele ich etwas mit meiner Nachtschicht ;-) Heute früh hätte ich gerne noch 2 Stunden länger geschlafen, aber Flo, die gestern gegen 17 Uhr bettreif war, hatte gegen 1 Uhr schon ausgeschlafen, wollte Futter und dann raus. Ich konnte sie zumindest dazu bewegen bis 3 Uhr zu warten. Aber der Nachbarskater Cäsar stand auch schon kurz nach 3 Uhr vor der Gartentür und bat um Futter. Im Moment sind wir wohl alle Nachtschwärmer …
Normalerweise brachte Finja unser Nachtleben in den letzten Monaten ziemlich durcheinander - sie blieb bisweilen über 12 Stunden außer Haus oder kam erst zwischen 22 Uhr und 9 Uhr am nächsten Tag zurück. Und da wir leider erst viel zu spät auf die Idee mit der Katzenklingel kamen, hatte Wolfgang so manche Nacht die erste Finja-Schicht bis ca. 1 oder 2 Uhr, und ich wachte dann für Finja auf.
Zum Glück kann ich mir meine Arbeit fast immer zeitlich einteilen und arbeite eher nach Lust und Laune am Küchentisch wenn es passt. Nur gestern musste ich nachmittags mal wieder an die Umsatzsteuer-Unterlagen, damit sie heute zum Steuerberater kommen. Und da ich extreme Früh-Aufwacherin bin, bin ich meist am frühen Abend zu gar nix mehr zu gebrauchen …
Oh ja, Schlehe sieht bestimmt auch zauberhaft aus!
Moin,
ihr 5 nachtwanderer
in ermangelung von Obstbaumzweigen, werde ich mir Forsythie schneiden, die sind voller blütenknospen. aber das ist heute noch zu früh. bei uns herrschen "tropische" 25° drinnen und da geht das mit dem austreiben schneller . . .
von der schlei winke.
@ Carola
Stimmt, wenn Du das so schreibst, dann hätte ich die Zweige wohl lieber etwas früher reinholen müssen, denn wir leben mit ca. 16° bis 18° C im Raum - sonst ist es uns meist zu warm. Und der Schock vom Wohnraum zum Bad durchs fast frostige Treppenhaus wäre auch ein Problem. Außerdem sind unsere Mädels sind eh' wechselwarm, die drängen notfalls zum Glühlampe anschalten oder krabbeln unter die Bettdecke, wenn sie wie heute bei leichtem Frost stundenlang on Tour waren ...
Eine schöne Weihnachtsdeko... Mir gefällt die "leuchtende" Vase mit den Zweigen sehr sehr gut...
@ Ein Garten in der Steiermark
Währe ich nicht auf die Idee mit dem Adventskalender gekommen, hätte es diese Deko links vom Katzenfenster gar nicht gegeben ;-)
Ich hatte zwar vor den Zwischenraum der 2 Glasvasen mit Micro-Lichterketten zu füllen, aber dann gefiel mir der Platz hinter dem Fernseher dafür nicht - er bekam dadurch zu viel Bedeutung. Und da ich ohnehin schon eine Lichterkette außen im Deko-Gestrüpp auf der Fensterbank im Treppenhaus habe, hätte es das Wechselspiel zwischen 'drinnen und draußen' gestört.
Ein kleiner Stern hängt seit gestern nach dem Foto unten an der kratz-geschädigten Kofferecke in den Zwetschgenzweigen, und zwei werde ich heute noch weiter oben befestigen. Mehr wäre mir dort zur Zeit zu viel ...
Wir haben keinen Obstbaum mehr, doch, halt, einen Sauerkirschbaum habe ich ja auch, aber der wäre mir noch zu klein und zu schade. Aber als ich die Fliederblüten sah, habe ich die Zweige als 'Barbarazweige' abgeschnitten. Leider hatten sie wohl Frost bekommen, denn sie sahen auf einmal vertrocknet aus.
@ Sara
So viel Frost gab es doch noch gar nicht. Und Fliederknospen müssten doch eigentlich gut geschützt sein. War da nicht was mit plattklopfen der Enden, bevor man sie blühend in die Vase stellt? Vielleicht hättest Du die Stengelenden anders behandeln müssen …
Ja, die Sauerkirsch-Zweige wären bei uns in diesem Jahr gut erreichbar gewesen, aber mir ist es wichtiger, dass seine Reste im Garten blühen. Und daher würde ich mich auch nicht an einem kleinen Baum vergreifen ;-)
Allerdings unsere Zwetschgen-Zweige sollten schon im Frühsommer unten am Stamm verschwinden. Und nun nochmals bis zur Blüte warten, da würde es im Garten ja nie vorangehen!
Schon schlimm genug, dass die Haseln schon wieder so weit sind, dass ich sie wegen ihrer Kätzchen nicht zurückschneiden mag. Unser südlicher Nachbar macht mich deswegen schon ziemlich heftig an, dass ihm unsere Hasel hinter dem Wäldchen an unserer Südseite zu hoch ist. Dabei geht zur Zeit gar kein Zweig über die Grenze und Schatten wirft er auch nicht auf ihr Grundstück. Und seitdem dort der herrliche alte Apfelbaum auf dem Nachbargrundstück fehlt, hat unsere Hasel auch weniger Grund sich nach Süden zu ziehen. Also darf sie erst blühen und dann werden wir mal wieder ein paar grenznahe Stämme kappen ...
Kommentar veröffentlichen