Samstag, 7. März 2020

Die bleiben dran!


In den meisten Gärten wird jetzt wohl überall zur Rosenschere 
und den Astschneidern gegriffen, um mit den Rosen zu kämpfen
Bei uns im Wildwuchsgarten ist das nur teilweise der Fall. Bei 
einigen Sträuchern kappe ich nur ganz leicht die Spitzen, um die 
Blütenbildung anzuregen. Aus Rosa brunonii - einem inzwischen 
ausbreitungswütigen Wildrosen-Rambler in der südlichen Hasel
mussten wir leider schon vor einigen Wochen so manche sehr
dicke Ranke entfernen, um die meterlangen Stämme der Hasel 
überhaupt heraus sägen zu können. Denn der alte verzweigte 
Haselstrauch wurde im Laufe der Jahre von dieser sehr wehr-
haften Rose perfekt als Klettergerüst genutzt. Sehr handzahm 
ist dagegen Rosa multiflora - die Büschel-Rose:

Ihre weichen fast stachellosen Ranken flechte ich 
immer wieder gerne in Gehölze ein.

Und gerade jetzt, wo sich abzeichnet, dass der alte rote 
Rhododendron hinter der Tischgruppe - der Ende der 60er 
gepflanzt wurde, nun wohl sein Lebensende erreicht hat, 
erfreue ich mich an der Wuchsfreude der Rosa multiflora. 
Hier hat sie jetzt immer mehr Entfaltungsraum und noch 
dazu für ihre weichen Zweige ein perfektes Klettergerüst 
im absterbenden Gestrüpp. Und die immer noch nicht 
von den Vögeln geernteten Hagebutten darf sie hier 
auch weiterhin gern behalten ...

Fotos. S.Schneider


4 Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Guten Morgen liebe Silke,
oh ja, ich hab acuh noch Hagebutten an den Rosen gelassen, ich find das einfach zu schön :O) So ein Wildwuchsgarten sit einfach herrlich, ich würde gern mal darin spazieren gehen :O)))
Ich wünsche Euch einen schönen Tag!
♥️ Allerliebste Grüße,Claudia ♥️

SchneiderHein hat gesagt…

@ Claudia
Dann bist Du also auch so eine begeisterte Naturgärtnerin ;-) Übrigens im Europa Rosarium Sangerhausen hingen sogar vor einigen Jahren noch im Juni die Hagebutten an manchen Ramblern. Damals hatte mich das sehr erstaunt, aber heute finde ich es richtig schön, wenn die Hagebutten noch zwischen den ersten Rosenblüten leuchten. Eine andere Art von Schneeweißchen und Rosenrot … Außerdem können die Vögel noch fruchtige Nahrung naschen, bevor die ersten Beeren an den Sträuchern erscheinen. Denn irgendwann sind sie weg. Und die, die irgendwann abfallen, die erfreuen die Mäuschen.

Wenn Du in unsere Nähe kommst, ist eine Gartenbegehung durchaus möglich. Nur im Moment kommen wir leider immer noch nicht so voran, dass der ganze Garten begehbar ist: Im Beet 'der vergessenen Gemüse' werden wir nun wohl erst nochmals alle Sträucher an der Ostgrenze blühen lassen bevor wir uns mit 'Buschmesser', Schere und Säge dort einen Weg durch umgekippte Liguster durchmischt mit Knöterich-Ranken bahnen. Und ebenso ist das Beinwellfeld nun leider eher eine Brombeer- und Brennessel-Fläche. Ich hoffe, dass das Frühjahr/der Frühsommer mir noch genug Zeit lassen das endlich mal wieder in den Griff zu bekommen ...

Traudi Gartendrossel hat gesagt…

Liebe Silke,
ich mag Euren "wilden" Garten und gerne lasse ich auch bei uns im Garten einiges an Pflanzen ungeschnitten. An der geerbten Rose von unserem Opa Meyer hängen jetzt noch die Hagebutten, sie sind mittlerweile schwarz wie die Nacht geworden, ob sich von den Vögeln da noch jemand rantraut? auf jeden Fall bleiben sie dran und werden nicht abgeschnitten.
Da ist die Wilde Ecke, in der der weiße Rhododendron steht, er hat einige Jahre auf dem Buckel und ist schon ziemlich mit dem am Zaun wachsenden Efeu verbandelt. Dort nisten gerne die Amseln und Co. auch schon wegen der Efeufrüchte.
Und in unserm alten Kirschbaum hat sich das immergrüne Geißblatt breit gemacht und sie vertragen sich - noch *lach*
Ich wünsche Euch ganz viel Freude an Eurem schönen Garten und schicke liebe Grüße mit.
♥Traudi.♥

SchneiderHein hat gesagt…

@ Traudi
Als im Garten meiner Mutter vor 1 1/2 Wochen die Weiden gekappt wurden, habe ich mich dort teilweise auch an die Rosen gemacht. Und Habe Hermann Schmidt ebenfalls nur teilweise der Hagebutten beraubt - das was schon jetzt zu weit über den Rasen ragte. Alles was sich im alten knorrigen Apfelbaum an Ranken und Hagebutten befindet durfte gerne bleiben. Es sind so herrliche Farbtupfer und manche werden sicherlich noch munden.
Nein, Deine schwarzen Früchte fallen sicherlich nur irgendwann ab oder bleiben am Strauch. Aber das ist schließlich auch Natur.
Schön, dass der Rhododendron bei Dir noch lebt! Bei uns gingen sie nach und nach ein. Und diesen alten Roten hatte ich nach der Gartenübernahme so schön in Form bekommen, aber er braucht wohl inzwischen im Sommer noch viel mehr Wasser oder der Dickmaulrüsselkäfer macht ihm das Leben schwer - Garten im Wandel … Und mit Efeu wird das Totholz wieder grün :-)
Schön, dass Du auch schon so altes Efeu mit Früchten hast! Bei uns sehe ich täglich die Amseln in der Weide zuppeln. Aber ich hoffe nicht, dass sie dort nisten wollen - so wie früher im alten Efeu-Apfelbaum. Dann hätten unsere Katzen ein leichtes Spiel …
Stimmt, das immergrüne Greißblatt haben wir in den letzten Jahren bei meiner Mutter etwas zurückgedrängt. Es darf zwar an der Aurikelleiter klettern, aber in die Korkenzieherweide soll es nicht wieder. Das war für den Schnitt ungünstig und sah auch nicht so gut aus. Ich mag das Waldgreißblatt mit dem frühen frischen grün lieber. Und in unserer Sauerkirsche darf sich dafür die wilde Waldrebe austoben :-)
Ja, Garten ist und bleibt ein Abenteuer, wenn er ein paar wilde Ecken haben darf ...