Sonntag, 10. November 2019

Trauerspiel Buchse ...


Schon vor einigen Wochen - oder gar Monaten, war mir 
die Lust vergangen über den morschen Steg nach hinten 
in den Garten zugehen. Denn nachdem mir irgendwann 
Mitte Juni der erste Falter vom Buchsbaumzünsler nachts 
zufällig im Haus begegnete, und Ende Juni einer dieser 
angekündigte Schicksal seinen Lauf. Oder eigentlich war 
das Schicksal unserer alten herrlichen Buchse da wohl 
schon in vollem Gange: Denn vom Haus aus konnte ich 
plötzlich im Morgenlicht erahnen wie transparent der 
inzwischen geworden war.

Kein Wunder, denn ich hatte ja bereits im Mai auf 
'halber Strecke' fast aufgegeben: Die zwei bestellten 
Zünsler-Fallen kamen durch ein verändertes Zustell-
System nicht bei uns an, sondern wurden ohne unser 
Wissen wieder zum Händler zurückgeschickt. Und 
nachdem ich erfuhr, dass die Fallen wohl weniger zur 
Bekämpfung des Zünslers dienen, sondern eher nur 
einen Hinweise zur Stärke des Befalls liefern können, 
stornierte ich die Bestellung.

Irgendwann Ende Mai war mein verfluchtes 'Sommerloch' 
wieder da. Mir war viel zu heiß, der Sommer zu trocken, 
und aus diversen Gründen war mir der Garten egal. 
'Wildwuchs unter Aufsicht' war einmal. Und ich überließ 
dem Zünsler nun kampflos den Garten 


Daher war ich angenehm überrascht, als ich heute Mittag 
Wolfgang zum Foto-Shooting für diesen Post nun endlich 
mal wieder auf die Betonfläche in den Garten folgte:

Durch das herrliche Herbstlicht sind die Schäden am 3er Buchs ...

an der linken Ecke der Betonfläche kaum zu erkennen 

Hier hatte ich im vorderen Bereich ab April dieses Jahres 
Doch erstaunlicherweise sieht nur der vordere - so behandelte, 
Bereich grausam zerfressen bzw. braun und vertrocknet aus.
Sicherlich hat der Zünsler auch weiter hinten in der üppigen 
3er Buchsbaumgruppe gewütet. Aber dort, wo ich ihn auch in 
diesem Jahr nicht geschnitten habe, ist er noch ziemlich grün.

Ein ähnliches Bild bot sich mit im schattigeren Bereich 

Viel brauner Buchs neben frischgrüner Spiere. Wie gut, dass 
es hier diese Pflanzgemeinschaft gibt. Aber der Buchs lebt! 
Nur, da wo, ich mit der Schere bis Ende Mai mehrmals wütete, 
hat er anscheinend mehr gelitten, als an den Stellen, wo ich 
die Raupen später nicht mehr herausgeschnitten hatte.

Das gleiche Ergebnis hinter dem Beistelltisch direkt
neben dem Hibiskus. Und auch noch an einem anderen 
Buchsbaum ganz in der Nähe: Je mehr ich im April/Mai
oder sogar auch schon früher im Gartenjahr die Spitzen 
und auch mal größere Zweige herausgeschnitten hatte, 
um so erbärmlicher sahen die Buchsbäume jetzt aus. 

Ganz arg hat es jedoch den mit dem Garten geerbten Buchsbaum 
am Hochwald getroffen. Seine langen und viel zu weichen Triebe 
hatte ich nach dem Aufbau des Friederike Rosen-Hochbeetes fast 
komplett im Frühjahr 2018 eingekürzt. Also befällt der Zünsler 
vielleicht nicht nur bestimmte Buchse - wie ich zunächst gehofft 
hatte, sondern er scheint bei uns im Garten durch den Rückschnitt 
geschwächte Buchsbäume zu bevorzugen.

Und natürlich wird auch die extreme Trockenheit des Sommers 
dazu beigetragen haben, dass all' die immergrünen Gehölze 
stark geschwächt wurden. Aber vielleicht hat die frühzeitige Gabe 
von Rhododendron-Dünger und das anschließende ausgiebige 
Wässern einigen Buchsbäumen etwas geholfen. Jedenfalls werde 
ich im nächsten Jahr nicht wieder vorschnell zur Schere greifen, 
sondern hoffe, dass die Vögel, das Absammeln der Raupen 
für mich übernehmen werden 

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Samstag, 16. November 2019:
Da dieser Post mal wieder ziemlich verspätet auf den Blog kam,
nutze ich jetzt die Gelegenheit das Thema Buchsbaumzünsler 
bei der 'Herbstglück Linkparty' etwas aus der Versenkung zu holen. 
Zwar mag das Schicksal unserer alten Buchsbäume auf den 
ersten Blick so gar nichts mit Herbstglück zu tun zu haben, aber 
auch wenn einige unserer Buchse in Teilbereichen nun ziemlich 
erbärmlich aussehen, so hoffe ich trotzdem, dass sich die Natur 
im Laufe der Zeit zu helfen weiß. 

Die heute auf dem Blog 'Ein Fachwerkhaus im Grünen' vorgestellte 
Korallen- oder auch Übelriechende Schwertlilie - Iris foetidissima 
mit ihrem fast immergrünen Laub und dem herrlich leuchtenden 
Herbstschmuck kannte ich bisher noch gar nicht. Doch höchst 
wahrscheinlich wäre diese Schönheit in unserem Wildwuchsgarten 
auch wieder nur ein Schneckenopfer ...


4 Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Guten Morgen liebe Silke,
oh je, das sieht schon traurig aus, aber DU hast Recht, ich habe jetzt auch öfters gelesen, daß Vögel, vor allem Spatzen, galub ich, diese Raupen mögen!
Ich drück ganz fest die Daumen, daß die Natur ihr übriges tut und sich Eure Buchse wieder erholen im neuen Jahr!
Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein zauberhaftes Wochenende!
♥️ Allerliebste Grüße,Claudia ♥️

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
ich bin gespannt, wie es weitergeht mit den Buchsen. Meine Theorie ist, dass die dichten, immer stark geschnittenen Büsche eher vom Zünsler kaputtgefressen werden, weil man in den eng aneinander liegenden Trieben so gut herumspinnen kann, ohne dass die Vögel drankommen.
Vor einer Woche sah ich einen hochgewachsenen, ungeschnittenen im bot. Garten Osnabrück und der hatte gar nichts.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Claudia
Vermutlich haben die Vögel gar nichts gegen die Raupen, nur wenn der Buchs ständig irgendwie behandelt wird z.B. mit Algenkalk, dann schmecken den Vögeln die Raupen wohl nicht.
Auf jeden Fall werde ich sie im nächsten Jahr kaum schneiden, gut düngen und wässern tut ihnen sicherlich auch gut. Und wenn es schief geht, dann werden ihre Gerippe eben Pflanzstützen für Stauden & Co.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich muß zugeben, dass ich wahrscheinlich am letzten Samstag noch gar nicht nach hinten in den Garten gegangen wäre, wenn unser alter fast 4m hoher Grenzbuchs vom nördlichen Nachbargrundstück nicht so gut ausgesehen hätte …
Genau was Du vermutest, ist nämlich bei dem Buchs der Fall - er ist relativ luftig und wird kaum geschnitten.
Das handhabe ich übrigens bei fast allen Buchsbäumen bei uns im Garten so. Und damit sie im Laufe der Jahre nicht zu weich werden, entferne ich immer nur einige Triebe, die ich dann aber auch recht weit zurücknehme. So gibt es weniger Schnittwunden und der Strauch behält eine natürlichere Form.
Ich werde berichten wie es mit den unterschiedlichen Büschen weiter geht ...