Sehr geehrte Damen und Herren,
für Ihr Ausstellungsprojekt „Sammler in Hannover“ bewerbe ich mich mit meiner Sammlung von Dinosaurierfiguren, vom Spielzeug der 70er, über gefiederte Dinos aus dem 3D-Drucker bis zu limitierten Sammlerstücken für „die ewigen Kinder“ der "Kidults".
Natürlich liegen die Anfänge dieser Leidenschaft in meiner Kindheit mit dem ersten „Was ist Was“-Buch und einfachen Chinafiguren im Blisterpack. Ich hatte ein erstes Zwischenhoch mit Beginn der „Jurassic Park“ Filmreihe Mitte der 90er und seit 2012 ist das Fieber wieder umso heftiger ausgebrochen. Inzwischen drängen sich ca. 1.500 Modelle in den vollgestopften Ikea-Regalen oder schlummern in diversen Kartongebirgen.
Wie die Bilder zeigen, werden die Figuren nicht ständig „schön“ präsentiert und es gibt in der Regel auch mehrere Modelle der gleichen Art, um Herden und Gruppen darstellen zu können. Deshalb sind die Höhepunkte für „einen ewigen Sammler“ die Zusammenstellung sorgfältig ausgewählter Figuren in großen Dioramen. Diese Landschaften der Urzeit sollen dabei einen möglichst hohen Grad der aktuellen, wissenschaftlich akkuraten Darstellung von Flora und Fauna erreichen. So gehören inzwischen auch zahlreiche Pflanzen und Bäume zur Sammlung. Damit die Figuren perfekt zusammenpassen, werden viele entsprechend neu bemalt. (Auch wenn das die Sammler von „gefühlt exorbitanten Werten“ in den Originalzuständen heftig graust. Aber die Sammlung sollte leben.) Diese Urzeit-Aufbauten können aus Platzgründen immer nur temporär sein, werden aber mit Fotos und Videos dokumentiert. Mit diesen Fotos wird immer wieder der fast jährliche „Diorama Foto Wettbewerb“ im weltweit aktiven „Dinosaur Toy Forum“ bestückt. So erfolgreich, dass einige Dioramen schon fünf Mal als Sieger hervorgingen.
Weitere Beispiele werden im eigenen Blog und auf YouTube gezeigt:
https://heinwerken.blogspot.com
https://www.youtube.com/playlist?list=PLmBFN61qAkcCyUciWc2uBLoPfM58Yb1xv
https://www.instagram.com/p/CzQn0WIh_1K/
Zur Sammlung gehören - nicht verwunderlich - auch ca. fünf laufenden Regalmeter mit Dino-Literatur vom Kinderbuch bis zum Fachbuch für Studierende der Paläontologie und ein größerer Stapel DVDs für das Hintergrundwissen. Da die Modelle von Dinosauriern selten über mehrere Jahre im Handel verfügbar sind und manche limitierte Sammlerstücke sehr, sehr schnell vergriffen sind, zwingt die Frage, was gesammelt werden sollte, immer wieder zu schnellen Entscheidungen mit begrenzter Haltbarkeit. So entwickelt sich die Sammlung ständig, die Schwerpunkte verschieben sich und neuere Modelle ersetzen bei einem wissenschaftlichen Anspruch immer wieder die bislang gültigen. Und der Fundus der „aus der Zeit gefallenen“ Modelle wächst zwangsläufig.
Dadurch zeichnen die Modelle aber auch den Fortschritt der wissenschaftlicher Erkenntnis nach und zeigen auch, dass das jeweils aktuelle Dinosaurierbild genauso verschiedenen Moden unterworfen ist. Unser Dinosaurierbild war und ist immer auch ein kulturelles Konstrukt, in das unsere jeweilige Weltsicht einfließt (Das gilt z. B. für den Dualismus im kalten Krieg, den nuklearen Winter, kooperatives Vorgehen, weibliche Intelligenz, Familienleben und den Klimawandel.) Auch das kann man an diesem Spielzeug für große und kleine Kinder anschaulich zeigen. Und es wäre natürlich ein Thema für eine „kuratierte“ Museumsvitrine.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Angebot Ihr Interesse findet und wenn sich daraus ein Kontakt ergibt.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Hein
Hier die "fünf Bewerbungsbilder":
Auf den Brettern, die die Urwelt bedeuten...Dabei sind die Figuren mehr geparkt und nicht als Sammlung schön präsentiert.
Hier entsteht die Urzeit Stück für Stück im fast gebremsten Chaos. Der Arbeitsplatz zum Pinseln, Basteln und Kleben.














2 Kommentare:
Was für ein tolles Projekt ! Liebe Silke, dass deine Sammlung an Erzgebirgsfiguren zu allen Jahreszeiten sehr groß ist, war auf den Posts oft zu erahnen und auch in den Videos vom letzten Jahr. Aber dass auch Wolfgangs Dinosammlung sooo umfangreich ist, wow … und dann eben eure Sammlungen zu den vielen „Heldenwelten“ , den Abenteuern mit den Bären und den Mäusen, immer passend zum Anlass gekleidet, immer in perfekt ausgestatter Kulisse mit so vielen Requisiten und so schönen Details !
Es wäre echt großartig, wenn wenigstens Teile eurer Sammlungen und Schätze auch mal im real life in einem Museum zu bewundern wären und wenn ich die Story auf FB richtig gelesen habe, ist da schon ein Anfang gemacht !? Ich halt euch fest die Daumen, dass sich da mehr entwickelt ! Herzliche Grüße, Manu
Liebe Manu,
Du hast die Stories richtig gedeutet. Eine Vitrine mit drei Etagen steht seit gestern gegen 16 Uhr fertig bestückt im Museum. Und morgen um 16 Uhr werden die Räumlichleiten nach einer längeren Umbauphase wieder geöffnet ...
Da es bei dem Konzept darum geht in diesen eintrittsfreien Bereich alt und jung zum Mitmachen ins Museum zu locken, wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Vitrinenscheiben jeden Tag geputzt werden müssen. Denn nicht nur ich drückte mir als Kind die Nase an den Fensterscheiben der Läden mit erzgebirgischen Figuren platt. Bei der unteren Hasenwelt, dem Mischwald mit Märchenfiguren und oben den Pinguinen und Schneemännern, wird das sicherlich auch passieren.
Gestern, als nach der 2. Aufbau-Etappe endlich alles fertig dekoriert war, setze ich mich staunend und glücklich grinsend davor, und konnte es kaum fassen, was für Wimmelbilder wir da gemeinsam inszeniert hatten.
Doch da ich durch zu viel Kaffeekonsum der letzten Tage teils zittrige Hände hatte, und meine Arme für den hinteren Bereich der Vitrine eh' viel zu kurz waren, hat Wolfgang - nach dem gemeinsamen Probeaufbau auf unserem Sideboard - die Dekoration der Vitrine übernommen. Ein Wahnsinn, was er da teilweise für ein ruhiges Händchen hat!
Die Fotos von den Einzelszenen und vielleicht jurze Videos kommen jedoch später. Denn gestern war die Schiebetür schon installiert, und hinter Glas sind die Spiegelungen der Fenster etc für Aufnamen zu extrem. Daher werden wir nach der Ausstellungs-Eröffnung hoffentlich bald einen Termin zum Fotografieren und Filmen machen können, wo der Hintergrund ruhiger ist und die Vitrinentür fehlt.
Aber wie Du selbst festgestellt hast, ist zumindest ein Teil davon in dem Esco-Video zu erahnen. Und bis Ostern werde ich vielleicht noch das ein oder andere österliche zeigen, das Zuhause geblieben ist. Denn es wartet noch so viel auf einen passenden Auftritt ;-)
Liebe Abendgrüße von Wolfgang & Silke
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